Zusammenarbeit mit der Flüchtlingshilfe Karlsruhe – Gemeinsam für jede/n Geflüchtete/n kämpfen

Dieser Beitrag ist uns eine Herzensangelegenheit!

Seit August 2014 haben sich viele verschiedene Organisationen und freiwillige Helfer engagiert, um den geflüchteten Menschen aus Syrien bei der Ankunft in Karlsruhe und Deutschland zu helfen. Und so entstand im Laufe der Jahre die Flüchtlingshilfe Karlsruhe e. V., die 2017 offiziell gegründet wurde. Obwohl sich die Ukraine seit 2014 im Krieg befindet, hatten wir hier in Karlsruhe nur wenige Geflüchtete aus unserer Heimat, im Gegensatz zum Krieg in Syrien.

Als am 24. Februar Russland den Angriffskrieg gegen die Ukraine begann, haben die Mitglieder der Flüchtlingshilfe Karlsruhe e.V. sofort verstanden, was das bedeutet und worauf es nun ankommt. Schon bei unserer ersten Versammlung hat uns Lüppo Cramer, einer der Vorstandsmitglieder, uns unterstützt.

„Sie haben uns untergehakt und einfach mitgenommen, weil sie wussten, wie es funktioniert.“ (Ulyana Senyuk)

Nun – fast vier Monate später – möchten wir uns dafür und das weitere Engagement der Flüchtlingshilfe bedanken!

In den letzten Monaten haben sich zwei Schwerpunkte bei der Flüchtlingshilfe herauskristallisiert: die Vermittlung von Unterkünften und die Unterstützung bei Behördenangelegenheiten.

Hilfe bei der Unterkunftssuche

Das Backoffice-Team der Flüchtlingshilfe, das von Gertrud Weber geleitet wurde, sammelte alle eingehenden Wohnraumangebote. Bei Anfragen nach einer Unterkunft wurde sofort mit gezielten Rückfragen der konkrete Bedarf ermittelt. Dadurch war es möglich auch im Detail auf die Bedürfnisse beider Seiten einzugehen, wie z. B. Kleinkinder, Barrierefreiheit oder Haustiere. Vor alem in den ersten Kriegstagen wurden die Anfragen von Gertrud Weber – unterstützt durch Catherine Devaux aus dem Vorstand – rund um die Uhr und sogar am Wochenende beantwortet, so Olena Artemenko, die die Anfragen von dem Mail-Account von unserem Verein an die Flüchtlingshilfe weitergeleitet hat.

Iulia Frantseva von unserem Verein konnte die professionellen, bestehenden Strukturen mit Übersetzungen unterstützen. Dabei hat sie miterlebt, wie selbst in scheinbar aussichtslosen Fällen für jeden Geflüchteten nach einer Lösung gesucht wurde, als wäre es ein Familienmitglied. In vielen Fällen wurde dann tatsächlich eine Lösung gefunden.

„In der heutigen Situation ist das sehr schwierig, eine schnelle und passende Lösung aus dem Boden zu stampfen. Aber das löst die Flüchtlingshilfe „irgendwie“ und die Leute gehen dann einfach glücklich.“ (Iulia Frantseva)

Besuch vom Oberbürgemeister im Backoffice

60% weniger Formulare und drei Ämter auf einen Streich

Zu Beginn war der Antrag für soziale Leistungen sechs Seiten lang. Die Flüchtlingshilfe Karlsruhe hat sich regelmäßig mit den Vertretern der Stadt Karlsruhe, wie z.B. der Sozial- und Jugendbehörde, abgestimmt, und die Prozesse der Antragsstellung kontinuierlich gestrafft. Dadurch ist es gelungen, den Antrag auf zwei Seiten zu kürzen. Das hat die Antragsstellung für alle Beteiligten vereinfacht. Außerdem konnten auch die Anträge für die Melde- und die Ausländerbehörde direkt im Rathaus an der Alb gestellt werden. Diese Erleichterung war durch den ständigen Austausch zwischen der Stadt Karlsruhe und der Flüchtlingshilfe Karlsruhe e. V. möglich.

Aktuell hat sich der Schwerpunkt auf Rückfragen zu gestellten Anträgen und Abstimmungen mit dem Jobcenter verlagert. Die Zusammenarbeit mit der Agentur für Arbeit musste sich erst einspielen. Aber auch hier hat sich die Beharrlichkeit der Flüchtlingshilfe Karlsruhe ausgezahlt: mittlerweile unterstützt auch das Jobcenter mit Mitarbeitenden direkt im Rathaus an der Alb.
In wöchentlichen Runden besprechen sich Vertreter der Stadt Karlsruhe mit beteiligten Organisationen und stimmen sich über notwendige Anpassungen ab. Dabei ist neben „Ukrainer in Karlsruhe“, der „Flüchtlingshilfe Karlsruhe“ und weiteren Vereinen auch die jüdische Gemeinde Karlsruhe vertreten, die ebenfalls sehr engagiert bei der Unterstützung der Geflüchteten ist.

„Lüppo Cramer und alle freiwilligen Helfer der Flüchtlingshilfe bringen sich unheimlich stark ein. Lüppo kann sich wirklich in die Bedürfnisse und Nöte der Menschen sehr gut einfühlen und das sehr stark kommunizieren!“ (Nataliya Koch)

Das Vorgehen erfordert auch eine hohe Flexibilität und Offenheit innerhalb der Stadtverwaltung. Wir sind dankbar, dass diese – nicht nur zu Beginn, sondern auch jetzt noch – vorhanden ist.

Neben den genannten Themen stand uns die Flüchtlingshilfe in vielen Fällen mit Rat und Tat zur Seite: Die Vorstandsmitglieder der Flüchtlingshilfe unterstützte uns mit vollen Engagement bei der Suche nach dem Vereinsheim, aber auch bei den „technischen Fragen“, als wir einen Gabelstapler für unser Hilfsgüter-Lager brauchten waren sie sofort zur Stelle! Danke vom Herzen, liebe Catherine, Monika, Gertrud und Lüppo!

Wir wissen, dass wir einen Marathon laufen und keinen Sprint – umso dankbarer sind wir, dass wir ein Team an unserer Seite haben, dass bereits Ausdauer bewiesen hat!

Fotos: Flüchtlingshilfe Karlsruhe e. V.